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Amiga 2000 - Lüfterwechsel PDF Drucken E-Mail
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Mein Amiga 2000 machte eines Tages merkwürdige Geräusche. Wie sich sehr schnell herausstellte war der Grund der Lüfter im Netzgerät. Der Lüfter lief einfach nicht mehr rund, was mich nun dazu veranlasste, einen Austausch vorzunehmen.

Mit etwas handwerklichem Geschick ist solch ein Lüfterwechsel kein echtes Problem.

Die nachfolgende Beschreibung bezieht sich auf ein Amiga 2000 B-Modell, aber das Prinzip sollte auf alle Amiga 2000 Modelle anwendbar sein.

Für den Wechsel wird Werkzeug und div. Materialien benötigt.

Werkzeug:
Kreuzschlitzschraubendreher (mittel)
kleiner Seitenschneider
(Akku) Bohrmaschine mit Metallbohrer
Lötkolben

Material:
80mm Lüfter 12V Gleichstrom
Befestigungsschrauben für den Lüfter
Schrumpfschlauch oder Isolierband
ein paar kleine Kabelbinder
evtl. Gummiunterlegscheiben (für weitere Geräuschdämpfung)
evtl. Klebstoff (zur Fixierung der Gummiunterlegscheiben)

Der ganze Umbau wird spannungsfrei durchgeführt !
Anderes gesagt, keines der Kabel ist am Amiga angeschlossen.

Update: Sicherheitshinweis

Auch wenn das Netzgerät nicht mehr an einer Spannungsquelle angeschlossen ist, können Restspannungen in den Bauteilen vorhanden seien. Es ist darauf zu achten, das beim Arbeiten mit dem Netzteil keine direkten Berührungen auf der Rückseite der Platine passieren.

Normales Tesafilm ist kein Isolierband und völlig ungeeignet! Bei Verwendung von Isolierband sollte auch auf etwas Quallität geachtet werden.


Commodore Amiga 2000 B-Modell Rev. 6.2

Bild: Commodore Amiga 2000 B-Modell Rev. 6.2

Damit der Lüfter ausgetauscht werden kann, muss der Amiga 2000 geöffnet werden, damit wir an das Netzteil des Rechners kommen. Den Rechner ggf. ausschalten und alle angeschlossenen Kabel entfernen.

 

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Als erstes werden die fünf grün markieren Schrauben mit einem Kreuzschlitzschraubendreher raus geschraubt.

Bild: Gehäusedeckel nach vorne ziehen

Bild: Gehäusedeckel nach vorne ziehen

Dann kann der Gehäusedeckel nach vorne gezogen werden und man hat Einblick in seinen Amiga 2000 Rechner.

Bild: Amiga 2000 ohne Gehäusedeckel

Bild: Amiga 2000 ohne Gehäusedeckel

Falls weitere Steckkarten im Rechner verbaut sind, sollten diese komplett ausgebaut werden. Dies ist zum Schutz vor einem möglichen Defekt beim Ersttest.

Als nächster Schritt muss das Netzteil selbst ausgebaut werden. Hierzu müssen alle Anschlusskabel von der Hauptplatine, Diskettenlaufwerk(e) und ggf. andere Stromverbraucher entfernt werden.


Bild: Stromversorgung der Hauptplatine des Amiga 2000 B-Modell

Bild: Stromversorgung der Hauptplatine des Amiga 2000 B-Modell

Durch eine Seitenklammer ist der Stromstecker auf der Hauptplatine fest angeschlossen. Mit vorsichtigem und leichtem Hebeln lässt sich der Stecker lösen.

Bild: Diskettenlaufwerk im Amiga 2000

Bild: Diskettenlaufwerk im Amiga 2000

Auch die Stromversorgungskabel zum Diskettenlaufwerk und andere Stromabnehmer (z.B. Festplatte / CD-ROM Laufwerk), die über das Netzteil direkt versorgt werden, müssen entfernt werden.

Nachdem die Verkabelung des Netzteiles abgezogen wurde, kann das Netzteil des Amiga 2000 ausgebaut werden.

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Als erstes werden zwei Schrauben, die das Netzteil am Gerätehalter befestigen entfernt.

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Nun wird das Netzteil nur noch durch zwei Schrauben an der Rückwand gehalten. Nachdem beide Schrauben raus geschraubt wurden, kann das Netzteil aus dem Gehäuse des Amiga 2000 raus gehoben werden.

Als nächstes muss das Netzteil selbst geöffnet werden. Am Netzgerät darf auf keinen Fall das Kaltgerätekabel gesteckt sein, da ansonsten Lebensgefahr besteht ! Wie eingangs schon geschrieben, alle Arbeiten müssen spannungsfrei erfolgen !
 

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Mit dem Kreuzschlitzschraubendreher rücken wir nun den nächsten 6 Schrauben zur Leibe. Jeweils drei Schrauben auf der linken und rechen Seite des Netzteiles schrauben wir raus und der Deckel kann entfernt werden.

Bild: Amiga 2000 Netzteil aufgeschraubt

Bild: Amiga 2000 Netzteil aufgeschraubt

Der Blick ins Innere zeigt einiges an Elektronik, Trafo, Kabel und den Lüfter. Der Lüfter ist an der Gehäuserückwand vernietet und die Stromversorgung ist fest verdrahtet. Damit kein Span (Metallreste) vom Ausbohren der Nieten versehentlich auf die Platine/Elektronik fällt und Kurzschlüsse verursacht, sollte die Platine vor den Bohrarbeiten ausgebaut werden.

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Bild: Markierungspunkte der zu entfernenden Schrauben

Es kommt wieder der Kreuzschlitzschraubendreher zum Einsatz, um drei Schrauben zu entfernen.

Bild: Metallklammer im Netzteil

Bild: Metallklammer im Netzteil

Im unteren linken Bereich hält die Befestigungsschraube zwischen Bodenblech, Haltebolzen und Platine zusätzlich eine Metallklammer. Es ist darauf zu achten, dass diese wieder beim Zusammenbau an die gleiche Stelle montiert wird.

Bild: Gehäuseboden und Netzteilplatinenrückseite

Bild: Gehäuseboden und Netzteilplatinenrückseite

Für die weiteren Arbeiten reicht es die Platine aufrecht zu stellen. So kann nach den Arbeiten alles bequem ausgepustet werden.

Bild: Akku-Bohrer zum Lüfterwechsel

Bild: Akku-Bohrer zum Lüfterwechsel

Nun geht es ans Eingemachte. Um den Lüfter ausbauen zu können, müssen vier Nieten entfernt werden.

Bild: Vorsichtiges Abschälen der Nietenköpfe

Bild: Vorsichtiges Abschälen der Nietenköpfe

Mit einen recht großen Metallbohrer (z.B. 7,5mm) werden sehr vorsichtig und mit leichtem Druck die vier Nietköpfe abgeschält und entfernt.

Bild: Nietkopfrest nach einem Abschälvorgang

Bild: Nietkopfrest nach einem Abschälvorgang

Bild: Lüfter und Lüftergitter nach Abschälen des Nietkopfes

Bild: Lüfter und Lüftergitter nach Abschälen des Nietkopfes

Bild: Alle vier Nietköpfe sind entfernt

Bild: Alle vier Nietköpfe sind entfernt

Nun kann das Lüftergitter abgezogen werden.

Bild: Lüftergitter entfernt

Bild: Lüftergitter entfernt

Wenn sich der Lüfter nicht leicht von der Rückwand des Gehäuses lösen lässt, dann muss der Bohrer nochmal zum Einsatz kommen, um die letzten überstehenden Nietreste zu entfernen..

Bild: Die letzte Reste von den Nieten werden entfernt.

Bild: Die letzte Reste von den Nieten werden entfernt.

Bild: Lüfter von der Rückwand gelöst

Bild: Lüfter von der Rückwand gelöst

Bild: Der alte Lüfter ist ausgebaut.

Bild: Der alte Lüfter ist ausgebaut.

Nachdem die letzten überstehenden Nietreste entfernt wurden, kann der Lüfter leicht von der Rückwand des Gehäuses gelöst werden.

Der Lüfter ist noch mit zwei Drähten (rot und schwarz) am Netzteil angebunden. Diese beiden Drähte sind die 12V Versorgungsspannung. Diese wird ebenfalls für den neuen Lüfter benötigt. Mit einen Seitenschneider werden die beiden Drähte an der Seite des Lüfters durchgeschnitten. Die beiden Drähte sollten so lang bleiben, damit diese mit dem neuen Lüfter gut verbunden werden kann.

Bild: Gehäuselüfter 80mm, 12V DC mit 4 Gummiunterlegscheiben

Bild: Gehäuselüfter 80mm, 12V DC mit 4 Gummiunterlegscheiben

So ein Lüfter ist unter 10 Euro zu bekommen. Die Gummiunterlegscheiben dienen der Geräuschdämpfung und müssen ggf. extra besorgt werden. Damit die Unterlegscheiben beim Einschrauben nicht runter fallen, sollte etwas normaler Klebstoff zum fixieren benutzt werden. Diese Unterlegscheiben ist eine Optionsmöglichkeit und müssen nicht montiert werden.

Bild: Neuer Lüfter an der Innenrückseite des Gehäuses befestigt.

Bild: Neuer Lüfter an der Innenrückseite des Gehäuses befestigt.

Bild: Neuer Lüfter mit Lüftergitter an der Rückseite des Gehäuses befestigt.

Bild: Neuer Lüfter mit Lüftergitter an der Rückseite des Gehäuses befestigt.

Mit vier normalen Lüfterschrauben wird der Lüfter und das Lüftergitter ans Gehäuse geschraubt. Beim Kauf des Lüfters sollte man darauf achten, dass Befestigungsschrauben dabei sind, ansonsten müssen diese gesondert besorgt werden. Leider gehört Befestigungsmaterial nicht unbedingt bei jedem Lüfter zum Lieferumfang.

Meistens haben heute neue Lüfter nicht nur zwei Drähte zur Stromversorgung, sondern drei und es ist meist ein Stecker vorhanden.

Der schwarze und rote Draht wird zur 12V Stromversorgung benötigt. Den Stecker einfach abschneiden und den gelben Draht einwickeln oder kürzen und abschneiden.

Bild: Stromversorgungsdrähte abisoliert und verdrillt.

Bild: Stromversorgungsdrähte abisoliert und verdrillt.

Die einzelnen Drahtenden müssen abisoliert werden und die Enden entsprechend den Farben rot zu rot und schwarz zu schwarz miteinander verdrillt werden.

Bild: Drähte verlötet und eingekürzt

Bild: Drähte verlötet und eingekürzt

Nun kommt der Lötkolben zum Einsatz. Die Drahtenden werden für einen dauerhaften Kontakt miteinander verlötet und etwas eingekürzt.

Bild: Die blanken Enden wurden verschrumpft.

Bild: Die blanken Enden wurden verschrumpft.

Die blanken Drahtenden werden nun mit Schrumpfschlauch (alternativ Isolierband) isoliert, damit es zu keinen Kurzschlüssen kommt.

Bild: Die isolierten Drahtenden nochmal zusammengefasst.

Bild: Die isolierten Drahtenden nochmal zusammengefasst.

Damit die Drahtenden nicht durch die Gegend fliegen, werden diese einfach nochmal mit Schrumpfschlauch oder Isolierband zusammengefasst. Alternativ könnte auch z.B. ein kleiner Kabelbinder zum Einsatz kommen.

Bild: Die Netzteilplatine wieder ins Gehäuse eingebaut.

Bild: Die Netzteilplatine wieder ins Gehäuse eingebaut.

Jetzt sollte nochmal kontrolliert werden, dass im Gehäuse keine Metallreste liegen und ggf. säubern, damit die Platine wieder eingebaut werden kann. Darauf achten, dass die Metallklammer wieder unten links korrekt montiert wird. Die evtl. Überlänge der Lüfterstromversorgungsdrähte einfach aufwickeln und mit einen kleinen Kabelbinder zusammenbinden.

Nun wieder den Deckel auf das Netzteilgehäuse mit den 6 Seitenschrauben befestigen und das Netzteil im Amiga einbauen.

Die Stromversorgungskabel wieder mit der Amiga 2000 Hauptplatine, Diskettenlaufwerke usw verbinden.

Einen Testbetrieb ohne Verbraucher sollte nicht durchgeführt werden, da die Gefahr besteht, dass hier die Netzgeräteelektronik schlapp macht und kaputt geht.

Es sollte nochmal kontrolliert werden, ob die Stromversorgungskabel alle korrekt  angeschlossen wurden.

Nun sollte testweise das Kaltgerätekabel ans Netzteil angeschlossen und der Amiga 2000 eingeschaltet werden. Geht die Power-LED an und es klacken kurze Zeit später das bzw. die Diskettenlaufwerke, funktioniert die Stromversorgung. Ein Blick nach hinten, ob der Lüfter sich dreht, sollte ebenfalls ruhig gewagt werden ;).

Nach diesem kleinen Test den Rechner wieder ausschalten und das Kaltgerätekabel entfernen.

Nun könnten ggf. vorhandene Steckkarten usw. wieder eingebaut und das Gehäuse des Amiga 2000 geschlossen werden.

Bild: neuer eingebauter Lüfter im Amiga 2000

Bild: neuer eingebauter Lüfter im Amiga 2000


Der Umbau ist für handwerklich Geschickte kein Problem. Der Zeitaufwand ist mit ca. 30 Minuten recht niedrig und mit recht wenig Kosten verbunden. Es ist einfach darauf zu achten, dass beim Umbau keine Beschädigungen am Netzgerät selbst entstehen.

Kommentare

avatar hessi
0
 
 
Super Anleitung, klasse Bilder! Bei dem Isolierband solltest Du aber erwähnen, dass die Leute keines von Tedi, Aldi oder Lidl nehmen, sondern gutes aus dem Fachhandel. Das Billigzeug fällt nach einem Jahr wieder ab und die Bude brennt dann auch ggf. aus. Wie lange halten denn die verbauten Elkos die Spannung? Wenn die jemand beim Ablegen der Platine versehentlich kurzschliesst... *BUMM* ;) Oder irre ich mich da?
avatar Mugg
0
 
 
Danke für das Lob.

Du hast recht, es sollte schon anständiges Isolierband sein. Das Problem bei den billig Isolierbändern ist der Kleber. Ich selbst benutze lieber Schrumpfschlauch und so ein kleiner Kasten mit verschiedenen Größen und Farben ist auch nicht so teuer. Ich würde auch niemandem Empfehlen in einem Lebensmittelmarkt (egal ob billig oder teuer) Elektronik-/Elektromaterial zu kaufen, da ist ein Baumarkt oder Reichelt / Conrad mit Sicherheit die bessere Wahl. Wie immer sollte man nicht am falschen Ende sparen.

Wie lange die Elkos wirklich die Spannung halten kann ich Dir nicht sagen, aber es dürfte in diesen Fall nicht so Kritisch sein wie bei einem Monitor. Dennoch sollte niemand mit den Fingern über die Platine gehen. Das sollte man generell nicht machen ;) ... Die Kippgefahr war bei meiner Platine nicht so groß, da die Kabel von der Seite und von der Rückseite noch dran wahren und das ganze auch von alleine gut stand.

Dein Hinweis ist mit Sicherheit berechtigt und ich werde am Anfang des Textes noch einen Zusatzhinweis einbauen.
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Aktualisiert ( Mittwoch, den 27. Oktober 2010 um 21:43 Uhr )
 

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