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 Der Kurier vom 26.08.2009:

"HomeCon" im Bürgerhaus 

Seligenstadt – Am Sarnstag, den 29.8. treffen sich wieder Homecomputer- und Telespielbegeisterte im Bürgerhaus Seligenstadt/Froschhausen. 

Dort wird man dann wieder aIle möglichen Geräte aus den Anfangstagen der heimischen Computerisierung bestaunen und benutzen dürfen. Die HorneCon ist dos einzige Treffen dieser Art im Rhein-Main-Gebiet und absolut nichtkommerziell. Sie bietet Jung und Alt nicht nur Einblicke in vergangene Technik, sondern zeigt ouch deren Verknüpfung mit aktuellsten Gerätschaften aus der Unterhaltungs- und IT-Elektronik. Man sieht dort, doss es tatsächlich bereits benutzbare Rechner vor der PC-Ära gab, und doss Bill Gates nicht der Erfinder des Computers ist.

Fest geplant ist diesmal ouch endlich ein richtiges Turnier. Die Gewinner bekommen natürlich eine tolle Urkunde. Die kleinen Gäste dürfen in Begleitung lhrer Eltern nach Herzenslust jugendfreie Spiele an den alten Geräten spielen. Für dos leibliche Wohl ist mit freien Kaffee und Kuchen gesorgt. Ein Grill für mitgebrachte Würstchen steht natürlich ouch wieder zur Verfügung. 

Das ganze finanziert sich aus freiwilligen Spenden der Besucher und durch die Veranstalter Holger Groh und Michael Heßburg. Infos unter www.homecon.net  

 

Hanauer Anzeiger vom 27.01.2010:

Kollektive Erinnerungen an die Jugendzeit: Gemeinsam wurde an den alten Garäten gespielt und diskutiert.

Totgesagte leben länger

Retro-Computer-Treffen "HomeCon" in der Alten Schule Großauheim

Hanau-Großauheim (cd/mkl) Mehr Rechenleistung, mehr Speicherplatz und immer bessere Grafik heißt heute das Motto, wenn es um neue Computer geht. Spiele sollen immer bunter und realistischer sein, am besten noch dreidimensional, und Anwendungen müssen eine enorme Funktionsfülle und Bedienerfreundlichkeit bieten. 

Dass es aber auch andere Zeiten gab, davon konnten sich die Besucher der „HomeCon" in der Alten Schule überzeugen. Dort trafen sich Fans von so genannten Retrocomputern. Was bei anderen schon langst auf dem Sperrmüll gelandet ist, wird von den Technikfreaks heiß geliebt und liebevoll gepflegt. In Großauheim lebten die längst totgeglaubten Helden der digitalen Revolution auf und bewiesen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. 

Zu sehen waren vor allem Klassiker von Commodore, Schneider und Atari. Der gute alte C64 fehlte dabei ebenso wenig wie verschiedene Amigas. Unter den Ausstellungsstücken waren aber auch einige seltene Highlights. So wurde einer der ersten Laptops, eine portable Version des C64, präsentiert. 

Die Liebhaber der alten Rechner leckten sich aber auch die Finger nach einem extrem seltenen C65-Prototyp. Das Gerät sei nie wirklich verkauft worden, erklärt Michael, genannt „Hessi". Er sei quasi der „heilige Gral" unter den Retrogeräten. Vom C65 existierten nur wenige Gerate, daher sei vor kurzem einer bei der Ebay-Auktionsplattform für über 6000 Euro verkauft worden. 

Highlights bei der HomeCon waren auch alte Arcade-Automaten und legendäre Telespielklassiker. So war eine Amiga-CD32-Konsole zu sehen. Diese set damals absolut gefloppt und heute kaum noch zu bekommen, erzahlt „Hessi". Aber auch spezielle Umbauten waren zu bestaunen. Viele Technikspezialisten richteten sich die alten Computer nach ihren Wünschen ein, berichtet „Hessi" weiter. 

So habe em n Aussteller ein modernes Lenkrad fur Rennspiele an eine uralte Konsole angeschlossen. Ein C64-Fan habe außerdem einen SD-Karten-Leser in sein Gerat eingebaut und könne Karten bis zu einem Gigabyte verarbeiten. Natürlich besaßen die meissten auch aktuelle Computer, erklärt er. Aber bei den alten Geräten wisse man noch, was man hat. Ein Reiz sei es auch, dass vom Benutzer auch noch eine gewisse Kenntnis verlangt werde. „Wenn man die Befehle nicht kennt, hat man verloren", sagt er. 

Die Rechner in der Alten Schule zeigten, dass gute Unterhaltung nicht zwingend moderne Grafik oder 3D-Effekte braucht. Die heute angestaubten Spiele überzeugen immer noch durch ihren Spielspaß und fesseln vor dem fast schon antiquierten Röhrenbildschirm. Nicht nur die Aussteller selbst, sondern auch die Gäste konnten sich davon überzeugen und nach Rücksprache die Spiele vergangener Zeiten einmal austesten. 

Der eine oder andere hatte auch sein eigenes Gerät dabei und so ergaben sich viele interessante Gesprache über die Hochzeiten der Telespiele und Homecornputer der 70er, 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Neu- und Wiedereinsteiger fanden bei den HomeCon-Mitgliedern - die über ein Internet-Forum in Kontakt stehen - für jedes Problem ein offenes Ohr und patente Hilfe So wurde an den Geräten auch geschraubt und gelötet. Ein Videospiel-Turnier rundete die Zeitreise in die Anfänge der Computer-Ära ab. 

 

Frankfurter Rundschau vom 28. März 2011:
 
Von Atarianern und dem C 64-Sound
HANAU Fans alter Computer und Videospiele treffen sich zur HomeCon und schwelgen in der Vergangenheit
 
"Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts kannte ich Computer nur aus Science-Fiction-Filmen. Dort waren sie große Schränke, die ratterten, blinkten und vor denen sich große Magnetbänder drehten. So etwas wollte niemand im Wohnzimmer stehen haben - was sollte man damit auch anfangen?" Michael Hessburg, Nickname Hessi, kann heute sehr, sehr viel mit den Computern und Videospielen von damals anfangen. Der Seligenstädter organisiert mit Gleichgesinnten seit April 2009 die "HomeCon", ein nicht-kommerzielles Treffen von Fans und Usern alter Computer. Das bereits elfte Treffen fand am Wochenende in Groß au heim statt, im Bürgerhaus Alte Schule. Dort amüsierten sich die Besucher, die zum Teil extra aus Oberbayern und Chicago (USA) angereist kamen. 
 
Die rund 20 Männer, die sich am Samstag und Sonntag dort trafen, sind Fans einer Bewegung, die es schon länger weltweit in eher kleinen Zirkeln gibt und sich "Retrocomputing" nennt. "Aber wir sind keine pickeligen, langhaarigen Nerds, die sich nicht im normalen Leben zurechtfinden!", betont Hessi.
 
Eher das Gegenteil ist der Fall. Viele arbeiten als IT-Netzwerker oder IT-Architekten, als Consultants, Techniker oder Kommunikations-Designer, alle sind aber Kenner der Materie. Sie lassen ihre Kinder mit der Spielkonsole Philipps G 7000, Baujahr 1978, "Burgen schlacht" spielen (der Joystick ist ein ergonomischer Witz) oder diskutieren über Emulationen von Programmen (Nachbilden alter Hardware). Es wird viel gelacht und gefrotzelt, veräppelt und gewitzelt. "Wir erhalten Altes, retten Daten, basteln, erinnern uns an unsere Jugend", sagt Hessi.
 
 
(BILD)
Vintage ist nicht nur in der Modewelt ein etablierter Begriff - bei Computerfans steht er für Retrocomputing. 
 
 
Mugg (40), der im echten Leben Thomas Daden heißt und Techniker von Beruf ist, mag das "typische Gejaule" des Commodore C 64-Betriebssounds. Der C64 wurde 16 Millionen Mal gebaut und ist nicht viel wert. "Aber wer einen C 65 besitzt, kann sich freuen, der hat den Wert eines Kleinwagens". Matthias Schmitt (39) aus Wald-Michelbach ist DiplomIngenieur und hat eine Mission: Aus einem virtuellen Technik-Museum (www.tecmumas.de) ein echtes zu schaffen. Er ist ein Sammler, nennt 650 alte Computer sowie 4500 Kassetten, Bücher und Anleitungen sein eigen.
 
Richtig lustig wird es selbst für Computerlaien, wenn ein Atarianer wie Thorsten (38), ein IT-Solutions-Architekt aus Wiesbaden, auftaucht, Nickname ThorN. "Atari waren die besten Computer auf der Welt", sagt er strahlend und alles grölt. Seiner kostete damals unfassbare 1500 Deutsche Mark, und wenn der Nachbarjunge auf Commodore schwörte, beschimpften sie sich gegenseitig lautstark auf der Straße. "Atarianer waren familiärer, aber in der BRD in der Minderheit", sagt ThorN.
 

(BILD)
Michael Hessburg ist ein Fan alter Computer und Videospiele. Er gründete die HomeCon.
 
 
Einigkeit herrscht bei allen Retrocomputing-Fans aber darüber, wie gut begreif- und damit erklärbar alte Rechner waren. "Da sah man genau, wo das Gedächtnis, wo die integrierten Schaltkreise saßen, woher der Sound kam", erklärt Hessi. Und dass ITJahre wie Hundejahre seien, so rasant sei die Entwicklung. Und was ein Smartphone an Rechnerleistung im Vergleich zu Computern von einst biete, sei gerade Jugendlichen gar nicht klar.
 
Die HomeCon ist ein offener Treff, kein elitärer Zirkel. Jeder kann vorbeikommen, alte Spielkonsolen oder Rechner anschleppen. Tipp der Retro-Experten: "Alte Computer nicht einfach anschalten - die müssen unbedingt vorher gereinigt werden!"
 
 
 
DIE MESSE
 
Die HomeCon ist eine Veranstaltung des Hanauer Netzwerk Club Vereins (HNC), der sich 2001 gründete. Ihm gehören derzeit rund 25 Mitglieder an. 
 
Michael Hessburg installierte die HomeCon-Website im Februar 2009. Am 25. April fand in SeligenstadtFroschhausen das erste Homecomputer und Consolen-Treffen statt.
 
Die Treffen sind nicht-kommerziell, sie dienen dem Austausch. Die HomeCon wird rund fünf Mal pro Jahr organisiert und dauert immer ein Wochenende. Nach Hanau-Großauheim wechselte man wegen besserer Konditionen.
 
Infos: Michael Hessburg, Tel. 06182/897005, www.homecon.net.
 

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 30. März 2011 um 13:33 Uhr )
 

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HomeCon 15

Die HomeCon 15 fand am 27.08.2011 statt.

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