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Hanauer Anzeiger vom 27.01.2010:
Kollektive Erinnerungen an die Jugendzeit: Gemeinsam wurde an den alten Garäten gespielt und diskutiert.
Totgesagte leben länger
Retro-Computer-Treffen "HomeCon" in der Alten Schule Großauheim
Hanau-Großauheim (cd/mkl) Mehr Rechenleistung, mehr Speicherplatz und immer bessere Grafik heißt heute das Motto, wenn es um neue Computer geht. Spiele sollen immer bunter und realistischer sein, am besten noch dreidimensional, und Anwendungen müssen eine enorme Funktionsfülle und Bedienerfreundlichkeit bieten.
Dass es aber auch andere Zeiten gab, davon konnten sich die Besucher der „HomeCon" in der Alten Schule überzeugen. Dort trafen sich Fans von so genannten Retrocomputern. Was bei anderen schon langst auf dem Sperrmüll gelandet ist, wird von den Technikfreaks heiß geliebt und liebevoll gepflegt. In Großauheim lebten die längst totgeglaubten Helden der digitalen Revolution auf und bewiesen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören.
Zu sehen waren vor allem Klassiker von Commodore, Schneider und Atari. Der gute alte C64 fehlte dabei ebenso wenig wie verschiedene Amigas. Unter den Ausstellungsstücken waren aber auch einige seltene Highlights. So wurde einer der ersten Laptops, eine portable Version des C64, präsentiert.
Die Liebhaber der alten Rechner leckten sich aber auch die Finger nach einem extrem seltenen C65-Prototyp. Das Gerät sei nie wirklich verkauft worden, erklärt Michael, genannt „Hessi". Er sei quasi der „heilige Gral" unter den Retrogeräten. Vom C65 existierten nur wenige Gerate, daher sei vor kurzem einer bei der Ebay-Auktionsplattform für über 6000 Euro verkauft worden.
Highlights bei der HomeCon waren auch alte Arcade-Automaten und legendäre Telespielklassiker. So war eine Amiga-CD32-Konsole zu sehen. Diese set damals absolut gefloppt und heute kaum noch zu bekommen, erzahlt „Hessi". Aber auch spezielle Umbauten waren zu bestaunen. Viele Technikspezialisten richteten sich die alten Computer nach ihren Wünschen ein, berichtet „Hessi" weiter.
So habe em n Aussteller ein modernes Lenkrad fur Rennspiele an eine uralte Konsole angeschlossen. Ein C64-Fan habe außerdem einen SD-Karten-Leser in sein Gerat eingebaut und könne Karten bis zu einem Gigabyte verarbeiten. Natürlich besaßen die meissten auch aktuelle Computer, erklärt er. Aber bei den alten Geräten wisse man noch, was man hat. Ein Reiz sei es auch, dass vom Benutzer auch noch eine gewisse Kenntnis verlangt werde. „Wenn man die Befehle nicht kennt, hat man verloren", sagt er.
Die Rechner in der Alten Schule zeigten, dass gute Unterhaltung nicht zwingend moderne Grafik oder 3D-Effekte braucht. Die heute angestaubten Spiele überzeugen immer noch durch ihren Spielspaß und fesseln vor dem fast schon antiquierten Röhrenbildschirm. Nicht nur die Aussteller selbst, sondern auch die Gäste konnten sich davon überzeugen und nach Rücksprache die Spiele vergangener Zeiten einmal austesten.
Der eine oder andere hatte auch sein eigenes Gerät dabei und so ergaben sich viele interessante Gesprache über die Hochzeiten der Telespiele und Homecornputer der 70er, 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Neu- und Wiedereinsteiger fanden bei den HomeCon-Mitgliedern - die über ein Internet-Forum in Kontakt stehen - für jedes Problem ein offenes Ohr und patente Hilfe So wurde an den Geräten auch geschraubt und gelötet. Ein Videospiel-Turnier rundete die Zeitreise in die Anfänge der Computer-Ära ab.
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